EA-Netzwerk grEEN Palatina tagte bei der TWL AG in Ludwigshafen

Zum 5. Netzwerktreffen des Energieeffizienz-Netzwerkes grEEN Palatina der Energie-
Agentur Speyer-Neustadt/Südpfalz (EA) hatte die TWL AG am 20. März nach Ludwigshafen
eingeladen. Zu Beginn begrüßten der EA-Vorsitzende Hans-Joachim Ritter und der
technische TWL-Vorstand Thomas Mösl die teilnehmenden Unternehmen in der Tagungsstätte
Freischwimmer GmbH. Ritter kündigte ein interessantes Netzwerktreffen an mit
interessanten Informationen über die Aktivitäten und Innovationen des gastgebenden
Unternehmens und einer Besichtigung des Batteriespeicherkraftwerks der TWL AG, die
geplante Beschlussfassung über eine Zielvereinbarung über die Energieeinsparung des
gesamten Netzwerkes sowie über Informationen zum geplanten Energiemonitoring sowie
Vorträge zu den Themen Lastmanagement und Energiewertstromanalyse.

Zoltan Meszaros, Bereichsleiter der TWL AG, informierte über das Hypridkraftwerk, das aus
einer Kombination einer Gasturbine und eines Batteriespeicherkraftwerks bestehe. Der
Wechsel von konventionellen Energien wie Kohle oder Gas hin zu erneuerbaren Energien
sei mit großen Herausforderungen verbunden. Die Einspeisung ins Stromnetz aus
erneuerbaren Energien schwanke stark in Abhängigkeit von Sonnenschein- und Windverhältnissen.
Eine zentrale Herausforderung der Energiewende sei die intelligente Vernetzung
von dezentraler Erzeugung und Verbrauchern sowie der kurzfristige Ausgleich von Netzschwankungen
durch flexible Anlagen. Die optimale Lösung, um das schwankende Angebot
von Sonnenschein- und Windstrom mit der Stromnachfrage zu verbinden, sei ein virtuelles
Regelkraftwerk, um erneuerbare Energien effizient in die Stromnetze zu integrieren. Um
kurzfristig die hochflexible Regelenergie gesichert bereitzustellen, habe die TWL AG rund 6
Millionen Euro für den Bau eines virtuellen Regelkraftwerkes, bestehend aus Batterie und
Gasturbinen, investiert. Ziel dieses Konzepts sei es, Stromnetze bei 50 Hertz stabil zu
halten, ohne dass Solar- oder Windkraftanlagen abgeschaltet werden müssen. Am
Nachmittag konnten sich die Teilnehmer im Rahmen einer Werksführung durch das
Kraftwerk von der modernen und äußerst effizienten Anlage überzeugen.

Im Mittelpunkt des Treffens stand der Beschluss über eine Zielvereinbarung des
Netzwerkes über die Energieeinsparziele. Ausgehend von einem Gesamtjahresenergieverbrauch
aller 10 Unternehmen (Daimler AG Mercedes-Benz, Grace GmbH, Pfalzmarkt für
Obst und Gemüse eG, PFW Aerospace AG, RONAL GmbH, Südzucker AG, TWL AG,
TEREX Cranes Germany GmbH, Wasgau Produktions- und Handels AG und Wellpappenfabrik
GmbH) von 1.714.382 MWh im Jahr 2017 haben diese Unternehmen einstimmig
beschlossen, bis zum Projektende im September 2021 4 % Energie einzusparen, also
68.575 MWh Energie und 18.022 Tonnen CO2. Dies würde einer Energiemenge (Wärme
und Strom) entsprechen, die 3.810 4-Personenhaushalte benötigen würden.

Zum Ausgleich eines CO2-Ausstoßes von 18.022 Tonnen CO2 müssten 1.442.000 Bäume
gepflanzt werden oder würde dem CO2-Ausstoß von 6.675 Mittelklasse PKWs mit einer
angenommenen Fahrleistung von 15.000 km entsprechen. Der Energieeinsparungsprozess
des Energieeffizienz-Netzwerkes grEEN Palatina der EnergieAgentur Speyer-Neustadt/
Südpfalz wird durch ein Ingenieurbüro aus Stuttgart begleitet, das ein Monitoring durchführt.
Bereits beim nächsten Netzwerktreffen am 10.7. in Worms werden die Firmen über die
bereits eingeleiteten Maßnahmen berichten.

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4. Netzwerktreffen

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Das 4. Netzwerktreffen des Energieeffizienz-Netzwerkes grEEN Palatina der EnergieAgentur Speyer-Neustadt/Südpfalz (EA) fand am 7. November bei der Firma Südzucker im Werk Offstein statt, das sich genau auf der Grenze zwischen der Pfalz und Rheinhessen befindet. Der EA-Vorsitzende Hans-Joachim Ritter begrüßte die 10 teilnehmenden Unternehmen (Daimler AG Mercedes-Benz, Grace GmbH, Pfalzmarkt für Obst und Gemüse eG, PFW Aerospace AG, RONAL GmbH, Südzucker AG, TWL AG, TEREX Cranes Germany GmbH, Wasgau Produktions- und Handels AG und die Wellpappenfabrik GmbH).

Der leitende Ingenieur des Werks Offstein, Matthias Weibel, erläuterte ausführlich die geschichtliche Entwicklung der Zuckerfabrik, das Unternehmen und den Herstellungsprozess der verschiedenen Zuckerprodukte. Den Anfang nahm das Werk Offstein bereits im Jahre 1850 als der Offsteiner Landwirt Tobias Deiß eine Kartoffelzuckerfabrik und im Jahre 1870 eine Traubenzucker- und Stärkefabrik gründete, die er bald mangels geschäftlichem Erfolg wieder schließen mußte. Doch im Jahre 1883 erfolgte die Gründung einer AG zur Zuckergewinnung aus Zuckerrüben durch Tobias Deiß II mit dem Bankier Gottfried und Felix Herzfeld aus Hannover mit einer Investitionssumme von 477.200 Mark. Heute ist das Werk Offstein Teil der Südzucker-Gruppe mit 29 Fabriken und 2 Raffinerien weltweit. Im Jahr 2017 wurde pro Tag mit 18.673 Tonnen die höchste Menge von Zuckerrüben seit Firmengründung verarbeitet. 1806 Rübenanbauern liefern während der 120 Tage dauernde Kampagne insgesamt zwischen 1,9 bis 2,3 Millionen Tonnen Rüben. Daraus wird jährlich eine Zuckermenge von 300.000 bis 360.000 Tonnen erzeugt. Bei einem Betriebsrundgang konnten sich die Teilnehmer über die Produktionsweise des Unternehmens ausführlich informieren.

Die Energiekosten betragen ca. ein Drittel der jährlichen Gesamtkosten des Unternehmens. Deshalb hat Südzucker, wie auch die anderen Unternehmen des EA-Netzwerkes, ein großes Interesse, Energie einzusparen. Der jährliche  Energieverbrauch der 10 Unternehmen des Netzwerkes grEEN Palatina beträgt für Strom, Wärme und Kühlung rund 1.714 GWh. Deshalb gehen die Bemühungen dahin, möglichst viel Energie und damit Kosten einzusparen. Zur Grundlage der Einsparmöglichkeiten wurden durch das beauftragte Ingenieurbüro die Basisdaten und Einsparpotenziale für die einzelnen Firmen ermittelt. Die Vertreter der 10 Unternehmen waren sich einig, dass in der nächsten Netzwerksitzung im März 2019 die Einsparziele des Netzwerkes aufgrund der Einsparziele der Einzelunternehmen beschlossen werden sollen.

Weitere Themen waren kennzahlenbasierte Mess- und Zähleinrichtungen, des rheinland-pfälzische Förderprogramm EffCheck und die Vorstellung eines Computerprogramms über die Erfassung der Energieverbräuche und Steuerung.